Am 10. August erschien in der Taunuszeitung ein Artikel "Die Fahne hat mich gesucht und gefunden". Thomas Grün aus Schmitten hat über Ebay eine uralte Fahne des 1863 in Schmitten gegründeten Gesangsverein "Die Taunusnachtigallen" erworben. Die Fahne soll nun restauriert und ausgestellt werden. Da der Verein kurz nach dem Krieg aufgelöst wurde, sucht man jetzt nach Informationen und vor allem Bildern über diesen Verein. Wir recherchieren derzeit auch in unseren Archiven und haben auch einen ersten Fund in unserem Pressearchiv gemacht.

  • Ein Artikel aus der Taunuszeitung vom 25.07.1938 berichtet über ein mehrtägiges Kurfest, zu dem der Verein maßgeblich beiträgt.
  • Ich habe auch noch ein Bild von Ursula Großmann gefunden, daß eine größere Kerbegesellschaft in Schmitten zeigt, bei der auch eine Blaskapelle zu sehen ist. Ob das die Ochs-Kapelle ist, kann ich leider nicht beurteilen. Es ist aber gut möglich, daß vielleicht da auch Sänger von den Taunusnachtigallen dabei sind. Hier müßte man evtl. Schmittener Bürger fragen.

Wer Hinweise oder gar Bilder von den Taunusnachtigallen hat, möge sich bitte dringend bei uns oder Thomas Grün in Schmitten melden. Jede noch so kleine Info ist wichtig ! 

... hier nun der Zeitungsausschnitt und das Bild:

25.07.1938 - Schmitten i. T. (Großartiger Verlauf des Kurfestes.) Über 5000 Besucher hatte das große und auch erste große Kurfest von Schmitten angelockt, das unter dem Motto „Schmitten im Wandel der Zeiten“ mit Böllerschießen und Flaggenhissung am Samstagabend eröffnet wurde. Zwei Stunden nach der Festeröffnung marschierte ein Fackelzug durch die Straßen des Kurorts. Auf dem Festplatz unterhalb des Schwimmbades begann dann die „Taunusnachtigall“, Schmittens Gesangverein, den Kommers mit einem Begrüßungschor. Die Tanzgruppe der Turngemeinde 1846 Usingen zeigte Volkstänze.

Am nächsten Morgen erklangen von der Schutzhütte zu Häupten des Hochtaunusortes Choräle. – Die Mittagsstunde brachte dann den großen Festzug. Die Menschen stauten sich auf Straße und auf Plätzen. Die Gasthäuser und Hotels waren überfüllt. Schmittens Wege und Plätze fassten die Autos nicht mehr.

Dann kam mit dem großen und schönen Festzug der „Wandel der Schmittener Zeiten“: Bei den Hattsteiner Rittern und Herolden begann es. Zu Fuß schritten die Knechte, die Knappen, die Rittersleut vom nahen Hattstein auf den Sängelberg. Dann kamen hoch zu Ross die Ritter mit dem ganzen Hof, dann Nagelschmiede und Zwergknirpse, die die alte Mär von der versunkenen goldenen Glocke darstellten.

Auf blumenüberladenen Wagen kamen dann schöne Schmittener Mädchen und streuten Blumen. Dr. Wieger, der Begründer der Schmittener Kur, trabte wie anno 1883 auf einem Rösschen durch den schmucken Kurort. Dann kam Schmitten wie es heute ist. „Kurleut“, braungebrannt und gesund! Aus ihren Reihe klang die Parole aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts: Verlorenes und wiedergefundenes Paradies Schmitten!

Im Festzelt sprach nach diesem imposanten Festzug Bürgermeister Wagner den Willkommensgruß aus. Sein Gruß galt Landrat Lommel, dem Schirmherrn dieses Festes, und Kreisleiter Schöne und den anderen Festbesuchern. Landrat Lommel sprach von dem Wandel Schmittens. Das Volkfest dauerte bis in die Nacht.

(Quelle: Stadtarchiv Königstein, Taunuszeitung von Kleinböhl)

Und hier noch das Bild von der Kerb 1924:

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