Hier noch weitere Infos zu dem gefundenen Baurechnungsbuch:

  • Das Baurechnungsbuch zeigt die gesamten Ausgaben der Bauphase von 1764 bis 1770 (!) auf. Das Buch scheint vom damaligen Rentmeister Henrich Joseph Bauer geschrieben zu sein, der von 1762 bis 1771 Rentmeister war. Dieser schrieb auch die Gestüts-Rechnungen von 1764 bis 1771. (durch Schriftvergleich festgestellt). Der gesamte Komplex wurde wohl maßgeblich vom Maurermeister Johann Peter Hackel gebaut. Er erhielt ca. 1/4 der gesamten Baukosten: 2.850 Gulden. Die gesamten Material- und Handwerkerkosten beliefen sich auf knapp 11.000 Gulden.

  • Derzeit deutet alles darauf hin, daß die venezianischen Innenmalereien von dem Schweizer Maler Christian Stoecklin stammen. Christian Stoecklin wurde 14.07.1741 in Genf geboren. Er ging 1757 nach Italien (Bologna, Rom). 1759 kam er nach Deutschland und blieb nach 1764 in Frankfurt am Main, wo er auch im Juni 1795 starb. Der Lohn wurde ihm in zwei Raten gezahlt: 100 Gulden 1769 und eine Rate mit 50 Gulden „deductis deducendis” (nach Abzug des Abzuziehenden) im Jahr 1770. Bekannt wurde er vor allem durch Gemälde von Kircheninterieurs in Frankfurt am Main. Er malte aber -unter anderem- auch Bühnendekorationen. Sein Vorbilder sollen Bibiena und Peter Neefs gewesen sein.

  • Bilder von Stoecklin sollen u.a. im Städtischen Historischen Museum in Frankfurt hängen. Als Basis für die schwarze Malfarbe im Amorsaal wurde vermutlich Kienruß („Kien-Rauch”) verwendet. Dieses ist im Rechnungsbuch verzeichnet. Kien ist Harz von Nadelhölzern. Der Kienruß (und auch andere Farben) wurden in Frankfurt und Königstein gekauft.

  • An dem Bau waren Handwerker aus der ganzen Gegend beteiligt. Maurer, Nagelschmiede, Schreiner, Steinbrecher, Dachdecker, usw. aus Reifenberg, Schmitten, Arnoldshain, Seelenberg, Anspach, ... So wurde z.B. Kalk („Kalch”) aus Höchst beschafft, aber auch Materialien und Brot (!) aus Königstein oder auch Holz aus Frankfurt geholt. Das Kalk wurde in einer extra ausgehobenen Kalkgrube gelöscht („Kalch-Kauth”), die ca. 3 x 5 Meter groß war.

  • Auch die Ausgaben für die Einweihungsfeiern der einzelnen Gebäude sind darin zu finden. So ist z.B. belegt, wieviel Geld für "Brandtwein" ausgegeben wurde. :-)

  • Der Bau des Amthauses fand direkt neben dem alten Renthaus statt, was darauf hindeutet, daß die nebenan liegenden Ökonomiegebäude vorher auch bereits als Renthof genutzt worden sein könnten.

  • Vermutlich ist jede noch so kleine Arbeit oder auch Materiallieferung dokumentiert.

  • Die ersten übersetzten Seiten könnt ihr bei uns hier in diesem PDF-Dokument nachlesen !

  • Hier die ersten 3 Seiten von dem Buch:

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