Endlich haben wir es ! Heute erreichten uns die Kopien / Scans des Reifenberger Gerichtsbuchs (HHStAW 333/1991). Die Aufzeichnungen gehen vom Jahr 1522 bis 1616. Alles in allem sind dies 191 Seiten ältester Reifenberger Geschichte, die hierin zu finden sind. Die Schrift wechselte ca. 1580 zur späteren Kurentschrift. Davor schrieb man in der gotischen Kursiv- bzw. Kanzley-Schrift. Wer sich das einmal ansehen möchte, kann die erste geschriebene Seite des Buches hier rechts anschauen. Diese stellt sozusagen die von der damaligen Herrschaft vorgegebenen "Gerichtsregeln" dar.

EDIT: Hier unser erster Versuch, die Schrift zu "knacken". Das "In" dürfte für ein Auflistungszeichen stehen, quasi wie ein "-" (evtl. sowas wie das häufig verwendete lat. "Item" => ebenso). Die Zahlen sind römische Zahlen, alb = albus (silberner Weiß-Pfennig). Ich glaube es ist ganz gut gelungen:

"In XII alb den Scheffen von einn Geburts Brieff
vnd dem Schrieber VI alb

In VI alb den Scheffen von einem Insatz vnd dem
Schrieber II alb

In IIII alb den Scheffen das gericht zu lesen vnd
dem Schrieber I alb

In So zwo parthyen an gericht verke(r)t? wird
vnd sich vergracht vertzagen sol yede parthey
dem gericht ein halbs firtel wyn geben vor
oder? nach

In So fremden partheyen versamelung deß gerichts
begertten oder gericht zu halten soil man thun
vff den parthyen Kosten

In Die? anheym sehen in der phar sollen der gesetztte
gerichts tag erwartten

In Ein fremd saye So im gericht sygelt. Dem
gericht IIII alb vnd dem Schrieber II alb
vnd zu warem urkunde das solchs gerichtlich
geschehen, ist des ob genanden gerichtes ingesie=
gel an diesen brief gedruckt auf befehlch
des ritterschaff des schloss Reiffenbergs des
wir schulthes vnd itzunt scheffen in diesen
Sach zu gebrauch geschehn? vit? supra"

Unabhängig davon möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir derzeit vorhaben einen Online-Lesekurs für die Kurrentschrift (ca. 1600 - 1900) anbieten zu wollen. Ihr könnt an diesem von Zuhause aus teilnehmen, weil wir das über ein Headset und und dem Sprachdienst Skype machen werden. Hier finden in Kürze erste Tests statt. Wer an diesen Tests teilnehmen möchte (mit Texten aus der Pfarrchronik von ca. 1910), ist herzlich eingeladen und kann uns einfach über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anschreiben. Das Ganze geht ziemlich einfach: voraussichtlich Mittwoch Abends ab 19:30 Uhr starten wir eine Online-Session mit dem Programm Skype und ihr bekommt den Text von mir einfach auf Eurem Bildschirm angezeigt. Wir lesen dann abwechselnd vor. Unterlagen zur Schrift gibts natürlich auch. Wir helfen auch beim installieren von Skype oder geben Tips zum Headset (bekommt man für €10-€15 bei Amazon). Der Lesekurs ist natürlich kostenlos.

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