Arnold [von Wied] von Gottes Gnaden Dompropst und Archidiakon zu Trier, Meinward und Johannes, Scholaster von St. Kastor und St. Florin, sowie Waldeverus, Pfarrer von St. Marien zu Koblenz (in Confluentia), bekunden, daß zwischen dem Propst Eberhard und dem Kapitel zu L. sowie dem Kan. Wigand jenes Stifts als dem Prokurator des vom L. Propst präsentierten Klerikers Ulbert auf der einen Seite und Heinrich und Peter, beide Ritter von Dehrn (Derne), für sich und Gottfried Ritter von Biegen (Bigen), Philipp von Virneburg und ihre Miterben sowie Kuno von Reifenberg (Rifenberch) als Sachwalter seines von ihnen präsentierten Sohnes Kuno auf der andern Seite ein Streit (controversia) über das Patronatsrecht an der Kirche zu Heftrich (Heftercho) und über die dafür präsentierten Personen schwebte. Als von den Parteien erwählte Schiedsmänner und zugleich kraft der richterlichen Gewalt des Dompropstes und Archidiakons von Trier entscheiden sie ihn in folgender Weise: Der von den Rittern und ihren Miterben präsentierte Kuno soll sich des Pfarramtes (possessione et commodo iuris pastoralis) an der Kirche zu Heftrich auf Lebenszeit erfreuen, der Propst von L. und seine Nachfolger aber das Patronatsrecht an der Kirche, unter Verzicht der Ritter auf ihr etwaiges Recht daran, für immer besitzen. Das L. Stift soll das Jahrgedächtnis des † Friedrich von Biegen und seiner † Frau sowie das des Peter und Heinrich, des Gottfried und Philipp und ihrer Frauen nach ihrem Tode für immer feiern. Die Parteien verpflichten sich hierzu durch Handgelöbnis (corporali dacione fidei) mit dem Zusatz, daß die Zuwiderhandelnde Partei in 100 Mk. Strafe verfällt, von denen 60 Mk. der geschädigten Partei und 40 Mk. den Ausstellern zustehen. Bei Nichtzahlung sollen Propst und Kapitel von L. auf Mahnung der Gegenpartei in Koblenz, Heinrich und Peter, Gottfried und Philipp aber auf Mahnung des L. Kapitels in L. Einlager nehmen (intrabunt) und es nicht vor völliger Entrichtung der 100 Mk. verlassen. — Sg. der Ausst., des L. Propstes und Kapitels, des vorgen. Heinrich, Peter, Gottfried und Philipp von Virneburg. — Zeugen: Dekan Kuno, Scholaster Robin, Wallram, Wolfram, Heinrich von Zeuzheim (Zuts-), Heinrich von Grenzau (Granjoie) und Dietrich, Kann, von L.; Pleban Walpert zu Eisenbach (Isen-), Pleban Ludwig in Elz (Else), Pleban Wigand zu Salz (Salze), Priester (sacerdos) Gerhard, Subdiakon Heinrich von Schenkelberg(Scenhelenberch); ***Diethart Ritter von Pfaffendorf (P-), Gerhard von Dernbach (Deren-) Wilderich von Koblenz, Konrad Pinguis und Ludwig, Ritter (milites) von Elz, Robert und Hermann und Siegfried, Manco, Anselm von Holbach, Eberhard von Schönberg (Sconenberch), Burgmannen (castellani) zu Montabaur (Monthabor), und viele andere. — Actasunt 1234.

***Anmerkungen***
Ausf. Perg. W 40,15 mit acht Paar Löchern für die Schnüre der Sg., die sämtlich ab sind, aber vorhanden gewesen sein müssen, wie die wechselnde Form der Schnurlöcher und die von den Schnüren hinterlassenen helleren Streifen auf dem Pergament bes. am 3. und 5.—8. Platz erkennen lassen. Die Zahl von acht Sieglern ergibt sich durch die Ausst., Propst und Kapitel sowie die beiden Ritter von Dehrn. — Rv.: 1. (14. Jh.): De ecclesia in Hefteriche. 2.(15. Jh.): Littera ecclesie in Heffterich.------Kurz erwähnt von Hannappel, Gesch. der Herrschaft und Burg Reiffenberg, in: Nass. Ann. 4, Hft. 1 (1855), 21; danach Sauer Nr. 454.

Quelle: [Struck, Bd 1 #26]

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