Die nach dem Ersten Weltkrieg ins Leben gerufene Technische Nothilfe (TN) – zuständig für Katastrophenschutz - hatte sich im Sommer 1931 zum Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD) als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Arbeitslose weiterentwickelt. Als Adolf Hitler 1933 als Reichskanzler die Macht übernahm, verblieb es vorerst bei dieser Benennung. Er hatte zwar eine verpflichtende Teilnahme an Gemeinschaftsprojekten angekündigt, aber noch nicht offiziell umgesetzt, weil eine solche Maßnahme von den Nachbarstaaten als verdeckte militärische Aufrüstung hätte verstanden werden können.

Der „Teilnahmepflicht“ unterlagen insbesondere arbeitslose junge Männer im Alten zwischen 21 und 25 Jahren, die der Solidargemeinschaft durch den Einsatz von körperlicher Arbeit etwas „zurückgeben“ sollten. Sie wurden in Arbeitslager zusammengezogen, unterlagen dort strengen, fast militärischen Regeln und wurden an den nationalistischen Zeitgeist herangeführt. In unserer Region bestand das größte zentrale Lager in Königstein.

Ihre Hauptaufgabe bestand im Wegebau. So waren bereits der Straßenbau und der Bau von einem Wanderschutzweg vom Roten Kreuz auf den Großen Feldberg, die Straße von Niederreifenberg nach Schmitten und eine Verbreiterung der Straße ins Weiltal durch Arbeitslose unterstützt worden. Als neues Projekt stand nun der Bau eines Schwimmbades in Oberreifenberg und die Erstellung der Zugangsstraße (damals Sprengerstraße) dorthin an. Weitere Wegearbeiten sollten später noch folgen. Zur Erledigung der Aufgaben stellte die Organisation ab 12.6.1933 neben den einheimischen Arbeitslosen weitere 50 junge Männer aus dem Arbeitslager in Königstein zur Verfügung. Während ihrer Einsatzzeit waren die jungen Männer aus dem Königsteiner Arbeitslager wahrscheinlich im Naturfreundehaus untergebracht.

Die jungen Arbeitslosen wurden auch körperlich fit gehalten. Nach der Gleichschaltung waren die Freiwilligen Arbeitsdienste im Arbeiter Turn- und Sportbund organisiert. Einheimische Gruppen nahmen in den Jahren 1930, 1931 und 1932 sogar an offiziellen Skiwettkämpfen im Hochtaunus teil. So kam es, dass am 15.6.1933 ein Fußballfreundschaftsspiel zwischen der Mannschaft des Arbeitsdienstes und dem Fußballverein Jupiter Oberreifenberg zustande kam. Die Männer von Jupiter zeigten sich als gute Gastgeber, denn sie unterlagen mit 3:7. Von Seiten der Oberreifenberger Mannschaft wird man sicher nicht mit letzter Härte und Einsatz an das Spiel herangegangen sein, denn die gegnerischen Spieler sollten ja unverletzt bleiben und helfen, den Kurbetrieb zum Wohle des Ortes aufzubauen.

Quellen: Bild von Susanne Eckermann, Text von Karl Breitung

Anmerkung: das hier angehängte Bild zeigt die Arbeitsdienstmannschaft am ehemaligen Naturfreundehaus / BFO

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

Kommentare powered by CComment