Aus der Pfarrchronik Oberreifenberg, Pfarrer Ebenig notiert:

"Am 12. Oktober abends stürzte oberhalb des Gewerkschaftshei-
mes ein deutsches Flugzeug ab und verbrannte.
Die Insassen waren tot. unter den Überresten befanden sich
einige Blätter aus der Hl. Schrift des Neuen Testamentes."


Aus "Eckunkels Tagebuch":

"Ein Deutscher Flieger stürzt am Neurod ab
Am 12. Oktober Abends um ¾ 10 Uhr ist ein deutscher Flieger
abgestürzt, Richtung Neuroth u. Sange Gipfel auf der Perch Wiese. Die
Bäume am Waldrand hatte er abgerissen, u. die Bäume haben schon
gebrannt wenn die Bewohner Reifenberg nicht gleich zur Stelle waren u.
die Feuer Wehr wäre der Sange Gipfel abgebrannt. Der Flieger kam in der
Richtung von N. Reifenberg her, die Leute waren alle in einer sehr großen
Aufregung gewesen, alles war Feuer Roth am Himmel.
Sie glaubten ganz Reifenberg würde Abbrennen so gefährlich hätte es
ausgesehen, der Flieger lag in lauter Trümmer u. Brocken am Boden, u. 5
Mann Soldaten waren alle Tot, es war ein schreckliches Bild anzusehen,
überhaupt die arme Soldaten, wie da gelegen haben zerstümmelt am
Boden. Der Flieger hat sehr viel Munition u. Verbandstoffe bei sich, er
wollte sicher an die West Front fahren. Am anderen Tage waren die Herrn
eine(r) Kommission da, u. haben die Sache angesehen, u. haben die 5
Leichen mitgenommen im Auto.
Es war ein Kraft-Auto mit 5 Särge darin. Die Särge haben sie mitgebracht,
sie sollen von Erbenheim gewesen sein, der Flieger, der ist von Ihrem
Flugplatz. Wo die Soldaten her waren weiß ich weiter nicht, der eine hat
noch seine Erkennungs Marke umhängen, war von Neu Isenburg her, die
andern unbestimmt. Ein paar Tage später musste man schon hören, das
die Buben mit Patrone gespielt haben, da haben sie alles abgesucht auf
dem Platze und haben noch allerhand Patrone gefunden. Wies die Buben
machen, da ist einer los gegangen auf dem Platz hin, haben mit gespielt
u. hat 3 Buben verwundet, dem einen die Finger abgerissen, dem andern
am Kopfe ein Loch u. dem andern am Arm eine Verletzung zu gebracht,
die Buben wohnen im Frankfurter Hof, es war eine Schule von Auswärts.“

Quelle: "National-Sozialismus in Reifenberg" von Philipp Ludwigs Erben / Stadtarchiv Königstein


Taunus Zeitung vom 19.10.1944

"Junge verliert zwei Finger beim Spielen mit Munition
„Trotz der immer wiederholten Mahnungen, die Hände von
aufgefundener Munition zu lassen, ereignet sich besonders bei
Jugendlichen fast täglich, durch Unvernunft und falsch aufgefasste
„Spielerei“ schwere Unfälle. So erging es auch einem hier untergebrachten Jungen aus Frankfurt, welcher feindliche Bordwaffenmunition mit einer Nagelfeile solange bearbeitete, bis das gefährliche
Geschoss explodierte und dem Jungen zwei Finger einer Hand abriss. Der
Verletzte erlitt außerdem sehr großen Blutverlust und musste durch das
DRK Königstein einem Frankfurter Krankenhaus zugeführt werden.” 

Quelle: "National-Sozialismus in Reifenberg" von Philipp Ludwigs Erben / Stadtarchiv Königstein


Laut einem Post bei Facebook soll es sich um eine "Heinkel He 111 der Transportgruppe 30 bei der Rückkehr von einem Versorgungsflug" gehandelt haben. "... alle fünf Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Hierfür gibt es keine wirklich Primärquelle, da für 1944 die Verlustlisten des Generalquartiermeisters fehlen. Allerdings existiert eine Grabmeldung für Ofw. Gottfried Arnold, die den Todestag und den Todesort sowie die Ursache ("Flugzeugabsturz") nennt."

Quelle: Schausten-Heuser / Andres Zapf

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

Kommentare powered by CComment